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Was ich glaube, was es den Überlebenden des 2. Weltkrieges, den Kriegskindern und auch den Kriegsenkeln bedeutet, dass auf die Straßen gegangen wird...

Wie durch viele Beiträge meinerseits auf den unterschiedlichsten Kanälen bekannt, ebenso auch durch meinen letzten Beitrag, beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema transgenerationale Trauma/ Epigenetik und die Folgen auf unsere heutige Gesellschaft.


Durch die Recherchen des Journalistenteams vom Correktiv und das Aufdecken eines Geheimtreffens hochrangiger Mitglieder der AFD, der CDU, bekannten Nazis, gewaltbereiten Menschen und reichen Mitbürgern aus der rechten Szene, gehen die Menschen in ganz Deutschland auf die Straßen.

Ich wäre selber sehr gerne dieses Wochenende mitgegangen, bin jedoch krank geworden.

Die Videos und Fotos die ich nun auf den unterschiedlichsten Kanälen, sei es Social Media oder von Freunden aus den verschiedenen Städten gesehen habe, haben mich zutiefst berührt und veranlassen mich, diesen Blog zu schreiben.


Denn wenn es mich als Kriegsenkel berührt, was macht es mit den Menschen, die noch viel näher am 2. Weltkrieg waren, ihn vielleicht als kleines/ junges Wesen sogar noch erlebt haben. Der 2. Weltkrieg ist 78,5 Jahre vorbei... es gibt heutzutage viele Menschen, die über 100Jahre alt sind. #MargotFriedländer ist für mich persönlich ein ganz besonderes Beispiel. Vermutlich, weil sie medial präsent ist. In meiner Familie wurde nicht über den Krieg gesprochen, was es mit den Menschen gemacht hat usw.

Ich weiß als Kriegsenkel nur, welche Auswirkungen diese Traumata auf meine Familie hatten und bis heute nicht von meinen vorherigen Generationen angesehen werden können. Sei es, weil so viel verdrängt wurde und nicht im bewussten Erinnern ist, oder weil es auch viel zu schmerzhaft ist, dies aufzuarbeiten.


Ich habe einen Kunden der 72 Jahre alt ist und wahnsinnig mutig auf Spurensuche.


All unsere Familien sind in irgendeiner Weise noch mit den Folgen des 2. Weltkrieges ( und auch darüber hinaus) betroffen. In manchen Familien ist es gut verarbeitet, ist offen darüber geredet worden und somit sind die Konsequenzen spürbar und aufzuarbeiten.

Was uns bewusst sein muss ist, dass die Kriegskinder weder während des Krieges noch danach die adäquate Hilfe hatten, die uns heute zur Verfügung steht, die wir in Anspruch nehmen können und auch sollten.

D.h. es sind noch viele Kriegsthemen tief in den Zellen der Menschen. Verkörperte Schrecken.


Was uns ebenso bewusst sein muss ist, dass es zwischen all den Kriegen keine einzige Generation gab, die frei von Krisen/ Triggern gelebt hat. D.h. es konnte in noch keine Generation wirkliche/ wahrhaftige Ruhe einkehren.

Aus meiner Sicht beuteln diese Menschen ganz im Speziellen die letzten 9 Jahre.

Das erste Mal zu sehen während der Flüchtlingskrise 2015/2016; an den Hamsterkäufen während Corona, bereits da Spaltungen durch unterschiedliche Haltungen zu der Pandemie und ihre Maßnahmen, dann kam der Krieg in der Ukraine, der Krieg in Israel und dem Gazastreifen und nun dem sich immer deutlicher zeigendem Rechtsradikalismus in unserer Gesellschaft. Verschärft durch massiv faschistischen Aussagen unterschiedlichster Politiker.


Margot Friedländer und einige andere überlebende des Holocaust äußern sich öffentlich und sagen, dass es genauso 1933 begonnen hat.

Ich fühle zutiefst, was es bei den Menschen auslösen muss. An Ängsten, Zweifeln, Sorgen.

An Triggern der Traumata, Flashbacks auf die verschiedensten Weisen.

Ich stelle mir viele Nervensysteme aktuell sehr gestresst vor.

Möglicherweise können Körperreaktionen noch nicht mal zugeordnet werden. Den Trauma setzen sich im Körper ab und können auf verschiedene Weise zum Ausdruck kommen.

Beobachtet vielleicht einfach mal in der nächsten Zeit eure Familien, wie gesund sie sind, ob es komische Verhaltensweisen gibt, die ihr nicht kennt, die euch verwundern.

Bietet ihnen Gespräche an, wenn sie reden wollen.


Insgesamt ist Reden in diesen Zeiten so wichtig.


Ich mag mal eine Körperreaktion von mir mitteilen.

Ich habe weiter oben im Blog geschrieben, dass in meiner Familie nicht geredet, nicht aufgearbeitet wurde.

Nichts, wirklich gar nichts ist innerfamiliär aufgearbeitet als wäre ein unausgesprochenes Verbot da.

Was nicht da sein durfte, passiert sein darf, das darf nicht besprochen werden.

Seit einigen Monaten beschäftigte mich, wie ich mich öffentlich positioniere, meine Haltung kund tu und welche Konsequenz es für mich haben kann.

Nun habe ich dies diese Woche getan und ich rede darüber was mich beschäftigt, wie auch nun in diesem Blog.

Und prompt bleibt mir seit Donnerstag Spätnachmittag die Stimme weg.

Für mich ist dies kein Zufall, sondern eine Körperreaktion auf Prägungen aus dem Elternhaus, durch meine Ahnen.

Dieses darf aktuell viel Fürsorge und Beruhigung durch mich bekommen und seither kommt die Stimme langsam wieder.

Tut körperliche Symptome nicht immer einfach nur ab, sondern schaut, was es auch für andere Gründe haben kann. Das mag ich sehr gerne empfehlen.


Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen, egal wer, Angst bei uns in Deutschland haben..


Ich glaube, dass die Menschen, die ich oben aufgeführt habe, einfach nur dankbar sind zu sehen, dass viele Menschen auf die Straßen gehen als Zeichen dafür, dass sich 1933 nicht mehr wiederholen darf und soll.


Deshalb, folgt euerm Herzen, habt weiterhin den Mut laut zu sein und auch leise. Hinzukommend seid sensibel mit den Menschen und ihren Ängsten.





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