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Was meine Berufung als Heilpädagogin und Autismus Therapeutin ausmacht und mich erleben lässt

Die vergangene Woche hat mir mal wieder gezeigt, wie abwechslungsreich meine Arbeit als Autismus Therapeutin ist.

Den einen Part macht bereits das sehr umfangreiche Klientel aus.

Das Alter liegt zwischen 5 Jahren und 23 Jahren

Das Autismus Spektrum zeigt sich in seiner vollen Vielfalt.

Von Nonverbal mit geistiger Beeinträchtigung, Non verbal und impulsiv gesteuert, über geistig beeinträchtigt und zurückgezogen, leicht geistig beeinträchtigt und am erwachsen werden mit großem Autonomiebestreben über die unterschiedlichsten Ausprägungen des Autismus mit und ohne Hochbegabung, mit ADHS und ohne sowie viele weitere Symptomatiken.

Es wird also nie langweilig, sondern eher immer wieder neu.

 

Den anderen Part machen genau diese Erlebnisse aus. All das, was ich mit meinen KlientInnen erlebe, aber auch ihren Eltern, Geschwistern, LehrerInnen, SchulbegleiterInnen und wer noch so im Zusammenhang mit meinen KlientInnen ist.

Warum schreibe ich heute darüber? Es ist, weil mir gerade diese Woche die wahnsinnige Reichweite meines Berufs so deutlich vor Augen geführt wurden.

Diese Woche war sinnbildlich für die Vielfalt.

Auf der einen Seite erlebe ich Kids, die sich nicht anderes zu helfen wissen als ihren Unmut mit Zwicken, Beißen, Treten, Schlagen, Kopfnüssen und dergleichen zum Ausdruck zu bringen. Und ich muss darauf achten, keine Verletzungen, zerstörte Brille oder ähnliches davon zu tragen.

Ich darf viel Empathie, Beobachtungsgabe, Einfühlungsvermögen aufbringen und daraus resultierend schauen, was ich wann mit welchem Klienten ausprobiere, um den Menschen in seinem Wachstum zu fördern und in seiner Persönlichkeit zu fördern.

Dann gibt es Tage an denen mich SchulbegleiterInnen kontaktieren, mir Rückmeldung geben, wie es in der Schule läuft und nach Hilfestellungen fragen oder Themen einbringen, die ich mit den KlientInnen in der Therapie bearbeite.

Verzweifelte Eltern, weil es so viele schwierige Themen daheim gibt. Verhaltensweisen, Konflikte und meine KlientInnen, die ihre Verzweiflung zum Ausdruck bringen und einfach nicht mehr weiter wissen.

Eltern, die sich trennen und es meinen KlientInnen vermittelt werden muss, alle Konsequenzen mitgetragen und ausgehalten werden.

Schulische Unterforderungen, Langeweile, die zu Verhaltensauffälligkeiten führt, Eskalationen mit MitschülerInnen, weil Verhaltensweisen der anderen einfach nicht verstanden werden. Sowie LehrerInnen, die nicht verstanden werden oder meine KlientInnen nicht verstehen.

Es ist so viel Aufklärungsarbeit notwendig. Soviel liebevolles Begleiten, damit sich meine KlientInnen auch wagen, sich auf mich einzulassen um zu lernen, sich selbst zu verstehen.

Und diese Woche kam dann auch noch der Tod des Opas einer meiner Klientin hinzu. Damit kam dann das erste Mal Trauerbegleitung nach Tod und die Begleitung ins Bestattungshaus, um sich beim Opa zu verabschieden.

Ich gebe zu, das war schon etwas sehr besonderes und ein sehr intimer Moment mit der Familie.

Es hat mich sehr dankbar und auch in gewisser Weise demütig gemacht, was für ein tiefes Vertrauen die Familien und meine KlientInnen zu mir haben.

Ich denke, das ist etwas was mich ausmacht. Wenn es mir möglich ist, dann begleite ich die Familien in den Situationen, in denen sie um Hilfe bitten, einen Notruf absetzen, auch mal abends oder am Wochenende Hilfe brauchen.

Für mich sind meine KlientInnen und ihr Umfeld nicht begrenzt auf die Therapiestunden bei mir. Es ist mir wichtig, dass sie sich aufgehoben fühlen. Natürlich gibt es auch Grenzen und natürlich nehme ich mir Freizeit. Doch wenn ich spüre, dass es wirklich brennt, dann versuche ich da zu sein.

Denn was habe ich als Autismus Therapeutin und Heilpädagogin für einen Vorteil?

Ich darf Feierabend machen.

Meine Familien nicht! Sie haben tagtäglich ihre größeren und kleineren Herausforderungen und ich habe große Achtung vor ihnen wie sie alles meistern.

Und ich kann wirklich sagen, dass ich meinen Part der Aufgabe mit Hingabe und viel Gefühl erfülle.

 

Ich sehe meine Aufgabe darin, in allen Situationen für alles den Raum zu geben, den Raum zu halten und liebevoll begleitend da zu sein.

 

 



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