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KundInnen als Spezialisten

Wie viele wissen arbeite ich als Coach im speziellen zu den Themen Narzissmus, Kriegsenkelgeneration/ transgenerationale Trauma/ Epigenetik, traumasensibles Coaching/ neurosystemische Integration.

Diese Themen bearbeite ich mit meinen KundInnen sowohl für die privaten/ persönlichen Anliegen, sowie im Businesscoaching und im Gesundheitsmanagement.

Immer wieder begegnen mir meine KundInnen, nach einiger Zeit des Coaching, mit einem enormen Fachwissen über den Bereich, der im Coaching thematisiert ist.


Ich mag in diesem Blog auf das Beispiel zu Thema Narzissmus eingehen.

Da ich Kooperationspartnerin bei Narz mich nicht- Initiative für gewaltfreie Beziehungen bin, selbst meine narzisstische geprägte Vergangenheit aufgeräumt habe und aufgrund dessen KundInnen mit narzisstisch geprägter Geschichte/ narzisstisch geprägten Themen im Coaching habe.


KundInnen kommen in der Regel zu mir, wenn sie spüren, dass sie allein nicht mehr weiterkommen. Meist gibt es ein aktuelles Thema/ einen Auslöser und wenn wir dann zusammenarbeiten, finden wir schnell heraus, dass das was sich zeigt zwar ein Symptom/ eine Folge aus Vergangenheit ist, aber nicht der Ursprung.

Ich kenne meine Kompetenzen und meine Fachlichkeit. Es berührt mich in der Tiefe, wie sich die Menschen, die zu mir kommen auf ihre Prozesse einlassen.

Sie kommen in der Regel, in Bezug auf das Thema Narzissmus, selten aus beruflichen Kontexten, zumindest ist dies im ersten Moment nicht vorrangig.

Sondern im Regelfall ist es aktuell so, dass es zerbrochene Beziehungen und die emotionalen Folgen, bestehende toxische Beziehungen oder aber Narzissmus im familiären Kontext ist.

Mein Augenmerk liegt NICHT darauf alle narzisstischen Verhaltensweisen/ Muster zu kennen, alle Begriffe, die online kursieren, zu kennen und beschreiben zu können.

Mein Augenmerk liegt darauf, den Menschen zu stärken, herauszufinden, was es so schwierig macht, mit der Situation umzugehen und derart emotional und psychisch geschwächt zu sein.

Welche inneren Anteile lassen meine KlientInnen derart in Resonanz gehen? Was hat den Selbstwert derart geschwächt, um selber die Reißleine ziehen zu können, frei von Verlustängsten, Ängsten allein zu sein, Ängsten vor ( vielleicht auch angedrohten) Folgen. Warum spielt Scham eine so große Rolle? Wie können wir die Scham überwinden? Wie können meine KundInnen in ein Leben gehen, in dem sie den Wegen ihres Herzens folgen können. Ein freies, glückliches Leben führen können.

Das, aus meiner Sicht, Wichtigste ist, als erstes, das meine KundInnen Empathie erfahren. Zugehört wird und Verständnis entgegengebracht wird. Dann Aufklärung und Erklärung über Wirkung von narzisstischen Verhaltensweisen. Erst dann erforschen, wie der Mensch in die Situation kommen konnte.

Meist ist ein längerer Prozess, da wir auch in die Biographiearbeit und teilweise Familien Genogramm einsteigen.

Wann ist mir was in meinem Leben passiert? Was hat mich geschwächt/ geprägt und welche Ressourcen habe ich wann wie genutzt, um zu überleben, heute noch da zu sein und die Kraft zu haben, mir Hilfe zu holen. Eine große Ressource ist wirklich dieser Überlebenswille.


Narzissmus ist eines der langwierigsten Themen bei mir im Coaching. Ich kann ebenso aus eigener Erfahrung sagen, dass es mir mehrfach im Leben begegnen musste, damit ich meine eigenen Muster usw. erkennen und verändern konnte. Traumata integrieren.

Spannend ist heute, dass mir persönlich die Grundlage dessen, was ich zu dem Thema weiß, reicht.

Doch es gibt KundInnen von mir, die mitten im Prozess sind. Währenddessen erneut in schwierige Situationen kommen und neben dem Coaching alles dafür tun, sich selber zu verstehen.

Das Internet wird durchforstet, alles zu dem Thema wird wie inhaliert und irgendwann werden meine KlientInnen inhaltlich zu Spezialisten/ Spezialistinnen.

Wie ist das dann für mich als Coach, da zu sitzen und teilweise Begriffe zu hören, die mir bis dahin unbekannt waren?

Als es das erste Mal vorkam hat es mir tatsächlich „Angst“ gemacht. Mache ich nun den Eindruck, weniger kompetent zu sein? Fühlt sich mein Kunde/ meine Kundin trotzdem noch wohl? Vermittele ich dennoch Sicherheit?

Ich habe mich dann intensiv damit auseinandergesetzt, wo mein Schwerpunkt liegt. Mein Schwerpunkt liegt nicht darauf, mich bis ins unendliche mit allen Facetten des Narzissmus zu befassen und auszukennen. Es ist wirklich sehr umfangreich (lach). Hinzukommend ist es ein „schweres“ Thema und ich habe so viel zu tun, dass ich mich nicht zusätzlich mit dieser Schwere ausschließlich zu dem Thema auseinandersetzen will.

Mein Ziel / Fokus ist, wie gesagt den Menschen zu begleiten, seinen Weg des Herzens zu finden und zu gehen. (Mit aller Empathie und Verständnis)

Aber warum machen Menschen das? Warum steigen Menschen so tief in das Thema ein, wenn sie eigentlich gerade dabei sind, sich herauszuarbeiten.

Wie ich bereits geschrieben habe, geht es viel ums Verstehen. Es geht in den Höchstphasen, also wenn Menschen noch oder wieder in toxischen Beziehungen sind, oft darum, sich durch das Wissen zu stärken, dass man selber nicht „schuld“ ist. Dass man versteht, warum einem Dinge an den Kopf geschmissen werden, die doch gar nicht wahr sind; dass man versteht, warum der andere Mensch es doch immer wieder schafft zu manipulieren; warum der Mensch (mein/e KlientIn) sich an den schönen Momenten festhält usw..

Dieses Wissen über das Thema, dass sie belastet, scheint eine Hilfestellung zu sein, sich selbst zu stärken, sich irgendwie aus der Beziehung / der Situation zu lösen/ zu trennen. Es ist wie eine gewisse gefühlte Stärkung des Selbstbewusstsein, durch dieses Wissen eine Form von Distanz entwickeln zu können, durch versuchte Erniedrigung nicht weiter geschwächt zu werden.

Es ist unfassbar, was Menschen sich in dieser Situation an Wissen aneignen können.


Ich persönlich sehe es hinzukommend ein wenig kritisch.

Zum einen hat der Mensch zwar im ersten Moment das Gefühl gestärkt zu werden. Sich durch das Wissen Distanzierung/ Abspaltung zu ermöglichen.

Bleibt ein solcher Mensch dann jedoch z.B. länger in der Beziehung als er eigentlich möchte, kann dies den Selbstwert weiter schwächen.

„Ich weiß doch wie der Mensch tickt, was für ein Mensch der Mensch ist… warum bleibe ich dennoch? Warum tu ich mir das an? Bin ich zu doof/ zu dumm?“

Einige weitere sich selbst schwächende Glaubenssätze können entstehen und den Selbstwert weiter schwächen.

Hinzukommend kann diese intensive Beschäftigung mit dem Wesen des anderen Menschen eine Art Ablenkung des Unterbewusstseins von sich selbst sein.

Denn ja, gehe ich intensiv meine Geschichte und meine Anteile an, kann dies in der Regel sehr schmerzhafte Momente mit sich bringen.

Außerdem je intensiver ich mich mit dem Menschen beschäftige, desto mehr binde ich mich in gewisser Weise an ihn. Das ist ähnlich wie die Situation, wenn ich sage, dass ich jemanden hasse.

Hass bindet. Denn dann schweifen meine Gedanken noch immer um den Menschen. Es geht viel mehr ums Loslassen. Um ein selbstbestimmtes Leben, frei von Hass.


Und in dem Moment, wo ich mich zu sehr mit dem Menschen/ dem Thema beschäftige binde ich mich ebenso und schwäche ich mich, anstatt dafür zu sorgen, die Kraft in sich zu investieren.


Narz mich nicht- Initiative für gewaltfreie Beziehungen hat hierzu einen wunderbaren neuen Slogan entwickelt.

Narz mich nicht- weil ich glücklich sein will.


Maren Fromm

Maren Fromm Institut-Zentrum für Wege des Herzens

Ernst-Abbe-Str.3

71093 Weil im Schönbuch



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